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Mein Ladekoffer:

Wer
kennt das nicht: Wenn man auf den Platz oder zum Hallentreffen fährt um zu
fliegen, muss zuerst sämtliches Geraffel daheim abgebaut und im Auto verstaut
werden. Bei der Ankunft alles wieder auspacken, verkabeln und ärgern, dass man
mal wieder die richtigen Ladekabel vergessen hat einzupacken. Abend das ganze
Spiel erneut nur eben andersrum und beim nächsten Mal geht dann alles wieder
von vorne los! Genau das hat mich bis dato immer gestört und daher fasste ich
Anfang 2007 den Beschluss, einen multifunktionellen Ladekoffer zu bauen, der
alles beinhaltet, was man so braucht. Nach diversen Brainstormings,
Überlegungen und Machbarkeitsüberlegungen stand einer grober Plan. Untergebracht
werden sollten folgende Geräte: 40A-Schaltnetznetzteil, Schulze ISL8, LipoBal-8
und -14, Entladewiderstand, Pocketlader, Unitest2 samt Zubehör,
Spannungswandler und zwei Empfänger für den Frequenzscan (35/ 40 MHz). Des
weiteren sollte eine Heizbox integriert werden, die neben automatischer Regelung
und zeitgesteuertem Betrieb auch so konstruiert sein sollte, damit die Akkus
direkt in der Box geladen werden konnten und zudem gleichzeitig gebalanced
werden können. Außerdem sollte alles über eine Bedienkonsole gesteuert werden
können. Der Datenausgang der einzelnen Geräte sollte gebündelt werden und via
Schalter wahlweise an die serielle Schnittstelle, USB oder via Bluetooth
ausgelesen werden können. Um mobil auch mal schnell was löten oder
einschrumpfen zu können, sollte ein kleiner Spannungswandler der aus 12V
Gleichspannung 230V Wechselspannung macht, integriert werden. Jedes Gerät braucht gerade beim Festeinbau
kontinuierlich Kühlluft, welche durch eingebaute Kanäle an die entsprechenden
Stellen geleitet werden sollte. Ganz wichtig war natürlich die Option, die
ganze Box zentral wahlweise mit 230V über das Netzteil oder bei
fehlendem Stromnetz mit 12V Bordspannung zu versorgen und dies automatisch ohne
Umstecken oder Umschalten- Stichwort: Strombelastbarkeit! Nun, mit all diesen
Aufgaben hatte ich mir ein Mammut Projekt aufgehalst und es war klar, dass dies
nicht nur sehr zeitintensiv sondern auch kostspielig werden würde. Zeitlich
setzte ich mir keinen Rahmen und das Budget überschlug ich mal grob auf 350
Euro was nur an Material anfallen würde!
Nach dem Kauf eines großen Koffers und der sinnvollen Aufteilung des Platzes
ging es an das schrittweise Aufbauen. Als erstes musste ein stabiler Boden
her, welcher gleichzeitig die Kühlkanäle beinhalten sollte. Zu diesem Zweck
konstruierte ich diesen aus zwei 5mm starken MDF-Platten, die einseitig weiß
beschichtet sind. Mittels CNC-Fräse wurden die entsprechende Kanäle gefräst.
Unter der späteren Heizbox sah ich einige Kammern vor, die als
wärmeisolierende Schicht fungieren sollten. Alles wurde sodann gespiegelt und
mit den oberen Öffnungen ergänzt. Vor dem Verleimen gönnte ich den Kanälen
noch eine schwarze Lackierung, damit die Oberfläche glatter wurde.
Anschließend wurden alle Kontaktflächen beleimt und mit einigen Katalogen
gepresst.

Danach
kam eine langwierige Fusselarbeit. Um jedes Gerät musste ein individueller Rahmen gefertigt
werden, bei dem Öffnungen, Kabel und Kühlluftkanäle berücksichtigt werden
mussten. Ausmessen, Zeichnen, Fräsen, Verleimen und einsetzen- Stück für
Stück. Diese Arbeit war extrem zeitraubend! Etliche Abende- immer wenn ich zeit
fand- "durfte" ich mich mit dieser Arbeit beschäftigen ;-) Für den
PC-Lüfter, welcher für Kühlluft sorgt, habe ich ein Loch in die
Kofferrückwand geschnitten und mit einem Gitter abgedeckt. Anschließend wurde
der Lüfter verkastet, damit die Luft auch in die Kühlkanäle gelenkt wird.

Da mein Schaltnetzteil eine digitale Spannungs-
und Stromanzeige besitzt, habe ich noch eine Aussparung seitlich in den Koffer
gefräst, einen Rahmen eingesetzt und zum Schluss mit einer Plexiglasscheibe
verglast.

Nachdem
soweit möglich alles seinen Platz bekommen hatte, ging es an die elektrischen und
elektronischen Komponenten: Als erstes war die Stromversorgung an der Reihe. Die
12 Volt
sollten über zwei Platinenstreifen verteilt werden (direktes Anlöten der
Anschlusskabel). Für Geräte mit
4mm-Bananensteckern kamen zusätzlich noch zwei Buchsen hinzu. Um bei direktem
12V-Betrieb über einen 12V- Bleiakku das Netzgerät nicht zu zerschießen,
schaltete ich ein Hochleistungsrelais (50 Ampere!) vor das Netzteil. Das Relais
schaltet nur bei Netzbetrieb und trennt das Schaltnetzteil somit automatisch bei
externer 12V-Einspeisung. Netter Nebeneffekt: Die Buchsen für die Einspeisung stehen
bei Netzbetrieb als zusätzlicher Ausgang zur Verfügung. Verteilerplatine
mit Umschaltrelais
Die
Steuerung für meine Heizbox war etwas kniffliger, da sie neben der eigentlichen
Temperatursteuerung auch in der Zeit programmierbar, die Heizung in der Leistung
regelbar, alles möglichst kompakt gebaut und für 12V ausgelegt sein sollte.
Zusätzlich überwacht die Elektronik sich selber und warnt mit einem Piepser
bei Überhitzung. Als kleines Feature habe ich eine automatische Umschaltung
zwischen Bord- und Batteriespeisung gebaut, damit die eingestellten Temperaturen
immer gespeichert bleiben.

Außerdem fertigte ich das Heizmodul, welches
später für warme Akkus sorgen sollte. Dieses besteht aus einem
Sperrholzgehäuse, an dem seitlich zwei Lüfter und vorne ein keramisches
Heizelement aufgeschraubt ist. Die Lüfter saugen Luft an und blasen diese durch
das Keramikelement. Dieses Heizelement besitzt drei Kacheln, welche
normalerweise parallel geschaltet sind. Ich trennte jedoch den stromversorgenden
Rahmen auf einer Seite auf und lötete für jede Kachel ein eigenes Kabel an. So
kann ich nun die einzelnen Elemente zu- und abschalten und kann effektiv
zwischen 50, 100 und 150 Watt Heizleitung wählen.

Als nächstes kam die Bedienkonsole an die
Reihe. Für alle Schalter, Anzeigen und Anschlüsse habe ich Aussparungen in
eine provisorische Platte gefräst um Passgenauigkeit, Ergonomie und Ausrichtung
besser beurteilen zu können.
provisorischer Einbau...
am verkabeln...
Die Bauabschnitte von Spannungswandler,
Frequenzüberwachung, Schnittstellenverteilung und sonstigen Kleinigkeiten habe
ich leider nicht dokumentiert. Falls ich noch weitere Fotos finde, füge ich sie
noch hinzu. Hier noch ein paar Fotos vom
Aufbewahrungskästchen für mein Telemetriesystem, den Uni-Log, sowie für alle
möglichen Sensoren. Somit ist immer alles mit dabei!
Resümee:
Der Bau hat sich auf alle Fälle gelohnt, auch wenn es extrem
zeitaufwändig war. Die Kosten lagen bei etwa 500 Euro (ohne Geräte), was sich
aber gemessen an den ganzen Funktionen relativiert. ;-)
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